Mantrailing · Definition
Was ist Mantrailing?
Während ein Mensch mit rund fünf Millionen Riechzellen ausgestattet ist, besitzt ein Hund – je nach Rasse – bis zu 250 Millionen. Diese enorme Fähigkeit nutzt er beim Mantrailing, um eine einzelne Person anhand ihres Individualgeruchs zu verfolgen.
Jeder Mensch verliert ständig winzige Hautschüppchen, Schweißpartikel und Duftstoffe – egal ob in Bewegung, stehend oder sitzend. Diese Geruchsspur bleibt in der Luft und am Boden zurück, verändert sich mit Wind, Untergrund, Wetter und Zeit – und trotzdem kann der Hund ihr folgen. Selbst in belebten Stadtgebieten oder auf viel begangenen Wegen erkennt er genau, welche Spur zur Zielperson gehört.
Beim Mantrailing geht es nicht um Schnelligkeit oder Gehorsam, sondern um echtes Teamwork. Zu Beginn des Trails bekommt der Hund einen Geruchsartikel der gesuchten Person und wird auf diesen Geruch angesetzt. Ab da übernimmt er die Führung; der Mensch lernt, ihn zu lesen, seine Körpersprache zu verstehen und ihn dabei zu unterstützen, die Spur bis zum Ziel zu verfolgen.
Im Gegensatz zum klassischen Fährtentraining, bei dem der Hund einer Bodenverletzung folgt, orientiert sich der Trailerhund am Geruch in der Luft und Umgebung. Dadurch kann Mantrailing in unterschiedlichstem Gelände stattfinden – Wald, Wiese, Wohngebiet, Innenstadt oder Gebäude.
Mantrailing vs. klassisches Fährtentraining
- Fährtentraining: Der Hund folgt einer Bodenverletzung mit der Nase am Boden.
- Mantrailing: Der Hund folgt dem Geruch in Luft und Umgebung – flexibel in fast jedem Gelände.
Für wen ist Mantrailing geeignet?
Mantrailing ist für fast alle Hunde geeignet, unabhängig von Rasse, Alter oder Vorerfahrung. Ich setze es ein, weil es artgerecht, bindungsfördernd und unglaublich erfüllend ist – für Hund und Mensch. Mehr dazu unter Warum Mantrailing? und im Ablauf des Trainings.
FAQ
Häufige Fragen
Ist Mantrailing dasselbe wie Fährtentraining?
Nein. Beim Fährtentraining folgt der Hund einer Bodenverletzung mit der Nase am Boden. Beim Mantrailing folgt er dem individuellen Menschengeruch in Luft und Umgebung – deshalb funktioniert es im Wald ebenso wie in Wohngebiet oder Stadt.
Funktioniert Mantrailing auch, wenn viele Menschen unterwegs waren?
Ja. Der Hund sucht nicht „irgendeine“ Spur, sondern den Geruch einer bestimmten Person. Auch auf viel begangenen Wegen kann er diese Spur von anderen unterscheiden.
Muss mein Hund jagdlich ambitioniert sein, um zu trailen?
Nein. Mantrailing nutzt die Nase, nicht den Jagdtrieb im klassischen Sinn. Deshalb eignet es sich auch für Hunde, die im Alltag unsicher oder wenig trieborientiert wirken.
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